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Die Gespräche mit versteckter Kamera aufgezeichnet

Dr. Ulrich Fritz hatte genug von den dubiosen Machenschaften bei der Versorgung von Arztpraxen mit Krebsmedikamenten. Er hat sich auf das Angebot zweier Apotheker aus Norddeutschland und eines Pharmahändlers zum Schein eingelassen – und die Gespräche mit versteckte Kamera aufgezeichnet. „Ich wollte die Wirklichkeit der ambulanten Onkologie einmal darstellen“, erklärt der Facharzt im Stern. Das Geld für Fritz solle auf ein anonymes Nummernkonto einer Treuhandgesellschaft fließen. Sein Name würde dort nicht auftauchen. „Das machen die schon lange, sehr anonym. Sehr anonym“, so der Pharmahändler, der vor einigen Jahren in den Import von Krebsmittel aus Ägypten verwickelt war. Mit versteckter Kamera wurde er bereits früher einmal gefilmt.

Vertrauen in die Berufsehre der Apotheker ist gut, Kontrolle ihrer Beratungsleistung ist besser. So sehen es jedenfalls die meisten Apothekerkammern und schicken regelmäßig Testkäufer zu ihren Mitgliedern. Nicht jeder Apotheker findet den Gedanken charmant, von den eigenen Leuten kontrolliert zu werden. Die anderen sagen: lieber von der spionkamera wlan, als mit versteckter Kamera von einem voreingenommenen TV-Magazin. Die eindeutige Antwort lautet: Auf das Wie kommt es an. Ein Kommentar von Alexander Müller.

Am Anfang sei es schon komisch gewesen: „Ich fühlte mich so beobachtet“, sagt die PTA. Einige Kolleginnen hätten sich sogar „extra aufgebrezelt“ und vor den Mini Kamera posiert. „Aber irgendwann nimmt man die roten Lämpchen der Kameras gar nicht mehr wahr“, berichtet sie. Etwa zwei Dutzend davon hängen in der Apotheke ihrer Chefin. Die Krankenkassen, die Aufsichtsbehörde, die ABDA, Großhändler und Hersteller – alle wollen wissen, was in der Apotheke vor sich geht.

Die Bedrohungen beginnen bereits am Tag der Sendung. Dutzende Male klingelt das Handy des Hamburger Onkologen Dr. Ulrich Fritz. Immer ist es einer der Strippenzieher eines Bestechungsversuches, den der Arzt bei Panorama und im Magazin "stern" öffentlich gemacht hat. Mit versteckter Mini Spiegelreflexkamera ließ er in seiner Praxis die Besuche eines Pharmavertreters und von zwei Apothekern festhalten. Besuche, bei denen die "Gäste" Dr. Fritz dubiose Geschäfte vorgeschlagen hatten. Es ging um lukrative Rezepte für Krebsmedikamente und viel Geld als Gegenleistung. Der Panorama-Beitrag hatte gravierende Folgen: Der Pharmahändler hat seinen Job verloren. Und die Staatsanwaltschaft prüft die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens.

[img src="http://www.jammer-shop.com/de/images/PF016034/04.jpg" alt="Mini Kamera">


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